BACK

 

Malayische Inseln

 

 

 

 

 

 

 

 

VON SUMATRA
NACH MALAYSIA

23. Februar 1996

 

 

Ab 4 Uhr schlafe ich nicht mehr fest - aber es ist angenehm, im Halbschlaf auf das Wecken zu warten. Um 5:25 Uhr stehe ich auf, da wird auch schon vom Hotel geweckt. Rasieren, Duschen, Packen, Fr�hst�ck in der Caf� Terrasse: Goreng. Um 6:25 Uhr Check-Out und Bezahlen. Dann mit der Taxe um zwei Ecken: Um 6:40 Uhr stehen wir bei der Ship-Company vor der T�r. Hier ist offensichtlich Traveller-Sammelpunkt. Ein Sammelsurium der schr�gen Typen. Um 7:30 Uhr fahren nacheinander drei Busse zum Hafen Belawan. Dort wird das Ticket gecheckt und dann hei�t es endlos warten in einem kleinen, dreckigen Raum mit vielen Menschen und stehender Luft. Ca. 9:30 Uhr machen endlich die Ausreiseschalter auf: Wieder endloses Warten in der Schlange. Als wir dort durch sind, wieder warten vor der T�r, hinter der tats�chlich das Schiff zu sehen ist. Es ist 10:15 Uhr und es wird klar, da� das Schiff mit Versp�tung abf�hrt. So ist es auch. Ca. 10:25 Uhr sind wir in dem Kahn, 11:05 legt er endlich ab und es geht los. Es ist ein ziemlich schnelles Boot, Baujahr ca. 1985, runtergekommen. Aber es f�hrt und nach ca. 1 � Stunden f�ngt es m�chtig an zu schaukeln. Ich sitze auf Platz Nr. 7, Stefan hat die 54. Ich sitze ganz vorne, erste Reihe. Hier ist die Schaukel-Amplidude am gr��ten: Ca. 1 Meter. Manchmal hebt man richtig ab von seinem Sitz! Es ist schlimmer als Busfahren in Sumatra, es gibt auch heftige Querschl�ge, Kotzt�ten werden herum gereicht. Uns beiden geht es gut, es ist wie auf einem Karussell auf dem Rummel.

 

 

Erst gegen 14:30 Uhr merke ich, da� man auch raus, aufs Oberdeck, kann. Stefan ist das zu bewegt, ich aber stehe bis zur Landung in Penang dort oben und sehe die unendliche Wasserfl�che, dann Malaysia auftauchen. Das Wasser war dunkel, jetzt wird es richtig gr�n. Sonnenflecken hellgr�n. Sch�ne Wolken, Sonne, 32 Grad, starker Wind. Unter Deck 26 Grad. Wir landen gegen 17:30 Uhr in Penang. Es dauert wieder eine Stunde, bis wir drau�en sind. Abfahrt eine Stunde sp�ter, Ankunft 3 � Stunden sp�ter!

Wir haben uns entschlossen, zwei N�chte hier zu �bernachten. es wird sonst zu hektisch. Wir suchen uns ein Hotel aus: Cathay Hotel, chartern eine Fahrrad-Rikscha f�r die letzten 4.500 Rp. und fahren in der Sonne langsam durch George Town zu diesem Hotel. Wir nehmen es auch, obwohl der Preis wegen Wochenende und Neujahrsfest 115 statt 60 M$ betr�gt! Schweinerei. Stefan ist sauer. Er ist heute nicht besonders gut drauf. Dazu wird noch sein Rucksack im Gep�ckraum des Schiffes mit Shampoo getr�nkt! Das Zimmer ist gro�, sauber, AC, Bad. 60 ist i.o., schon 100 M$ ist zuviel. Es ist sofort zu bezahlen! Wir haben keine malayischen Dollar und gehen { gef�hrt durch den Mann vom Hotel } zum Money-Changer: 100 US$ = 245 M$. jetzt sind wir wieder zahlungsf�hig und es ist 19:10 Uhr.

Stefan studiert das erste Leihwagen-Angebot, ich gehe Duschen. Dann machen wir einen ersten Stadtbummel in die Umgebung: Wir sind mitten drin!! Um 19:30 Uhr tobt hier noch das pralle Leben, wo in Medan schon Grabesruhe eingekehrt war - mir v�llig unverst�ndlich. Wir schlendern, besichtigen tolle Uhren, �berlegen, was wir f�r ein Auto mieten werden und gegen 20 Uhr kaufen wir uns was zu Essen. Es schmeckt und kostet 7 M$, wir werden betrogen und zahlen zwei M$ zuviel. Bier ist teurer als zweimal Essen!! Dann schlendern wir nach Hause, Stefan packt seinen eingesauten Rucksack aus - das ganze Zimmer stinkt nach Shampoo .... In Medan ist es 22:15 Uhr, hier aber ist es jetzt schon 23:15 Uhr.

Penang, 230296, Hotel Cathay

 

 

 

 

 

 

 

LINKSVERKEHR
IN PENANG

24. Februar 1996

 

 

Ein Lichtermeer, die Stra�en heben sich deutlich ab. Die Lichterkette der sehr langen Stra�enbr�cke zum Festland (5 km). Schiffe auf der Meerenge als Lichtpunkte. Das Licht der Stadt f�rbt die Wolken dar�ber leicht rot.

 

 

Wenige Wolken, hoch, einige Sterne, die Sichel des abnehmenden Mondes. Das ist Penang jetzt in diesem Augenblick: 20:42 Uhr, gesehen vom Penang Hill, ca. 500 Meter �ber dem Meer. Ein tolles Bild von hier oben. Wir sind mit der Standseilbahn erst um 19:10 Uhr abgefahren, waren ca. 19:40 Uhr hier oben. Gerade noch Licht f�r ein Foto. Jetzt ist es dunkel und man kann ca. 30 km ins Land hinein sehen. Lichter, fahrende Autos. Hier tropische Pflanzen und Bl�ten, Stille, eine laue Nacht, ca. 28 Grad, windstill.

Das ist der Schlu�punkt unter einen sehr erfolgreichen Tag: (1) Wir haben ein Auto (2) Wir k�nnen beide dieses Auto im Linksverkehr fahren (3) Stefan hat eine neue, tolle Uhr (4) 14 Tage Malaysia liegen vor uns!! Wenn das nichts ist!

Ich stehe um 8:30 Uhr auf, Rasieren, Duschen. Dann bringe ich die W�sche zum Waschen. Hotel Oriental wurde mir von der Rezeption empfohlen, w�scht aber nur f�r die eigenen Hotelg�ste. Ich versuche, das Hotel �ber die Feuertreppe zu verlassen, weil beide Fahrst�hle verstopft sind: Unm�glich: Gitter mit Vorh�ngeschlo� im zweiten Stock! Ich finde in der N�he (Chinesenviertel) eine W�scherei: Um 17 Uhr ist die W�sche fertig, 10 M$ f�r 8 St�cke. Wir waschen noch in der Badewanne einige Sachen, vor allen Dingen meine Jeans: Opfer der letzten Dschungeltour - schon am Abend ist sie wieder trocken! Um 9:30 Uhr bin ich wieder zur�ck, vorher noch Film zur Kamerakontrolle zum Entwickeln abgegeben. Stefan ist aufgestanden. Um 10 Uhr verlassen wir das Hotel in Richtung Flugplatz. Vier Bananen als Fr�hst�ck eingekauft. Mit schwarzer Taxe f�r 15 M$ zum Flugplatz, das Bussystem ist undurchsichtig. Ziel: Erkundigung der Konditionen f�r Mietwagen und f�r heute zwei Motorbikes mieten. Viele Rent-a-Car-Firmen am Flugplatz. Wir sammeln die Angebote ein, setzen uns in ein Restaurant mit Blick auf die Rollbahn, Tee, Cola, und vergleichen die Angebote. Es gibt einen eindeutigen Favoriten: PACIFIC PROGRAMME - GOLD. Alle anderen sind um 10% teurer. Sp�ter merken wir, das ist eine Filiale von BUDGET. Beim Studieren der Angebote hatten wir eine hervorragende Idee: Automatikgetriebe! Das mu� den Stre� beim Linksverkehr deutlich reduzieren: Die Schaltung ist links!!

Wir gehen zu Mister Ricky Teh und verhandeln eine halbe Stunde. Dann entschlie�en wir uns: PROTON WIRA 1.6/Automatik, Klimaanlage (hat hier jedes Auto). Das kostet pro Woche rund 940 M$ = 400 US$, ca. 600 DM incl. Maximale Versicherung. Das mu� sich Herr Professor & Sohn leisten k�nnen! Um 12:37 Uhr wird der Vertrag unter die Stechuhr gehalten: AMEX wurde akzeptiert, wir k�nnen losfahren. Vorher noch Check des silbergrauen Wagens. Guter Zustand, 84.000 km hat er runter. Gegen 13 Uhr sitze ich am Steuer und fahre die ersten Meter auf der linken Stra�enseite .... mit angezogener Handbremse. Aber das merken wir schnell. Dann probieren wir beide auf einer Nebenstra�e, 3 km weit weg vom Flughafen, wie das Auto zu bedienen ist: Hervorragend, es gibt kein Problem! Nach einer halben Stunde Training f�ngt unsere Sightseeing-Tour auf der Insel Penang an.

21:20 Uhr - hier wird zugemacht: Penang Hill,

 

Stefan f�hrt. Richtung Flugplatz, am Flugplatz vorbei nach Pekan Genting und von dort nach Pekan Beton: Eine Insel im Meer (gr�n ist die Insel und das Meer). Hier steigen wir das erste Mal aus, freuen uns an der Landschaft und essen eine Suppe in einer Gastst�tte, in der sich sicher Touristen nicht oft verirren. Sonne, warm, schw�l. Wir wechseln und ich fahre nach Kg. S. Pinang, am Wasserfall steigen wir nicht aus. Schmetterlingsfarm! Interessant. Schmetterlinge, Insekten, Fr�sche, Leguane, gr�ne Schlangen, wie aus Plaste oder von Harribo, macht Kinder froh. Stefan meint, alle Tiere f�hlen sich hier nicht besonders wohl ... Nur durch einen riesigen Shop ist die Farm zu verlassen. Stefan entf�hrt einen Schmetterling in die Freiheit. Dann zur�ck nach George Town, W�sche und Film m�ssen abgeholt werden. Unterwegs fast ein Unfall: Ein Motorbike brettert von links (Feldweg) direkt vor uns auf die Stra�e. Ich bremse, hinter mir gibt es ein Auffahr-Ger�usch. Aber nicht auf unseren Wagen; auch hinter uns kein wirklicher Schaden.

Um 17 Uhr parken wir vor unserem Hotel. W�sche abgeholt, Film dito: Die Datenr�ckwand funktioniert nicht (Batterie), sonst Kamera in Ordnung. Stefan kauft sich eine Sonnenbrille f�r 100 M$. Dann gehen wir in ein Uhrengesch�ft, in dem wir gestern schon waren. Beiden f�llt uns eine Uhr ins Auge: MIDO, Swissmade, Automatik, Commander, Superwasserdicht, sehr schlichtes Understatement: 700 M$. Wir gucken, reden, handeln und Stefan kauft die Uhr f�r 2 x 100 US$ = 500 M$. Super!

Es ist gegen 18 Uhr, ich habe f�r heute nur noch einen Wunsch: Penang Hill und ein abendlicher Blick auf diese Stadt. Stefan f�hrt, ich lotse mit traumt�nzerischer Sicherheit direkt zur Standseilbahn. 19:45 Uhr sind wir oben! Ein Blick! Ein Erlebnis!

Eine (miese) Gastst�tte. Suppe, Tee, Cola, ich schreibe. Wir genie�en die Aussicht. Um 22 Uhr stehen wir in der Bahn. Es dauert 45 Minuten, bis wir unten sind, Fahrzeit 2 x 10 Minuten. Beim Abfahren mit unserem sch�nen Auto sehen wir rechts einen irre beleuchteten Tempel; Ayer Itam, buddhistisch. Nicht weit weg, wir fahren hin. Wieder gro�es Gl�ck: Auf Anhieb richtig. Parken, Foto, gucken, staunen. Schuhe aus, in den Tempel, es ist 23 Uhr. Eine irre Atmosph�re, die Religionen verstehe es, Emotionen zu erzeugen! Das Licht am gro�en Turm geht aus, die Tore werden zugemacht, um 23:30 Uhr ist hier Schlu�. Wir fahren in Richtung Stadt: Viele Gark�chen sind noch auf. Anhalten: Essen! Die ber�hmte Suppe Lachsa: Hei�, scharf, ein ganz neuer Geschmack: Fu�lappen, alte Socken o.�. Stefan hat Nudeln und Shrimps, ungef�hrlich. Alles f�r drei bis vier M$. Tee mit Milch: Herrlich!

Zur�ck in die Stadt. Leicht verfahren am gro�en Tower und in Penang-Marzahn gelandet, aber dann zielsicher in den Hof des Hotels. Es ist 0:29 Uhr. Duschen, Bilder noch mal ansehen, Uhr bewundern, schreiben, schlafen: Morgen geht es auf Tour mit einem herrlichen Auto! Was f�r ein Tag!!

Penang, Cathay Hotel, 1:16 Uhr.

 

 

 

 

 

 

 

 

ALLE WEGE
F�HREN NACH KULIM

25. Februar 1996, Gerik

 

 

Um 7:30 Uhr bin ich wach. Um 8 Uhr stehe ich auf, Duschen. Dann gehe ich nach China Town fr�hst�cken. Noch haben nur wenige Gesch�fte auf. Der Markt aber ist voll im Gange. Gem�se, Fleisch, H�hner, Fisch. Viele Gark�chen auf der Stra�e, �berall kann man essen. Ich gehe in einen Food Market, ca. 20 verschiedene St�nde unter einem Dach, man sucht sich viele Kleinigkeiten aus, stellt sich so sein Fr�hst�ck zusammen. Ich habe zwei s��e Kuchen, einen mit Fleisch, eine Fischsuppe, Tee. Serviert wird der Tee in einer Kanne mit zwei kleinen Teeschalen, zwei St�bchen und eine Schale mit hei�em Wasser f�r die H�nde. St�ndig kommen Staffs aus dem Shop und bieten an: Wasser zum Tee, Kuchen, Chilly, Fisch ... DAS ist E�kultur. F�r 4 M$ bin ich satt und es gibt noch so viel, was ich nicht probiert habe. { Nie vorher oder danach habe ich so gut gefr�hst�ckt wie hier, sitzend auf einer Terrasse in der Morgensonne. So eine Kultur habe ich bisher nur bei den Chinesen erlebt. Allerdings ... der kulturvolle Umgang mit Tee in Ostfriesland kommt in die N�he dieses Fr�hst�cks! Auf der R�ckreise wollte ich mit Stefan dort noch einmal fr�hst�cken - ich habe diesen Markt im un�bersichtlichen Chinesenviertel von Penang nicht wiedergefunden. Ein Jammer. }

Um 9:10 Uhr bin ich wieder im Hotel, Stefan ist am Aufstehen. Waschen Einpacken. Um 10:15 Uhr fahren wir mit unserem Auto ab. Grundrichtung: Nach Osten. �ber die lange Br�cke, problemlos. Dann ein leichter Schlenker, bis wir auf der Stra�e nach Bukit Mertajam sind. Auf dieser Stra�e geradeaus bis Kulim. Ab dort nur Chaos: Wir finden die Stra�e nach Kelang Lama nicht! Daf�r gibt es Namen auf den Stra�enschildern, die auf unserer Karte nicht existieren, oder die weit s�dlicher liegen m��ten. Hinweisschilder gibt es immer nur nach Kulim !! Wir fahren einen riesigen Umweg �ber Mahang, ohne das zu wollen. Gegen 13:30 Uhr sto�en wir bei Tawar endlich auf die Stra�e, auf der wir eigentlich fahren wollten. Als ein Schild nach Baling auftaucht ist klar, da� wir jetzt endlich richtig sind.

20 km vor Baling �bernehme ich um 13:30 Uhr das Steuer. Zwischendurch haben wir (schlecht) Mittag gegessen: Padang Food. Es ist sehr warm, ca. 35 Grad, wie im Ofen. Gut, da� wir eine Klimaanlage im Auto haben. Aber es zieht, trotzdem ist das besser als zu warm. Das Auto f�hrt hervorragend .... bis es um 14:15 Uhr rumpelt und wir haben vorne links einen Plattfu�! Ich bin einmal in einen tiefen Randstreifen gekommen, vielleicht war es das?! Reifenwechsel bei tropischen Temperaturen. Weiterfahrt. Tankstelle: 28 Liter Sprit f�r 28M$ (ca. 15 DM!!). Gegen�ber ist ein Reifenservice, nat�rlich bereit zur Reifenreparatur: Sofort (heute ist Sonntag!). Eine Stunde nach dem Plattfu� ist der Reifen repariert: 8 M$. H�nde waschen. Weiter um 15:45 Uhr. Eine herrliche Landschaft, Dschungel (ausgeholzt), blauer Himmel, wei�e Blumenkohlwolken. Berge, zwei hohe Gipfel, bergiger Dschungel in der N�he von Gerik. 16:05 Uhr ... der Reifen ist wieder platt!! Wie kommt das? Was ist hier los? Schei�e. Wieder Reifenwechsel. Stefan h�lt den Regenschirm gegen die Sonne. Wir fahren mit Ersatzrad nach Gerik. Hier gibt es nicht nur einen Reifenservice, aber heute ist Sonntag: Alle zu. Wir suchen nach einem Hotel. Dabei stellen wir uns wie die ersten Menschen an: Wir nehmen die erste Absteige, weil wir denken, in diesem Nest gibt es nur dieses eine Hotel. Mein einziges Bestreben ist: Unter die Dusche!! Um 17:30 Uhr habe ich geduscht + kurze Ruhepause. Das Zimmer hat kein Fenster, Ventilator an der Decke, drei Betten, WC und Dusche auf dem Flur und in entsetzlichem Zustand, aber es sind keine 'Haustiere' zu sehen. 16 M$ kostet das hier pro Nacht. Das ist ein Foto wert! Wir machen einen Rundgang durch den kleinen Ort: Mindestens f�nf andere Hotels gibt es noch, am Markt machen die Gark�chen auf, es gibt L�den und Restaurants. Noch ein Reifenservice und der hat um 19 Uhr auch auf! Reden, Auto holen, Begutachtung: Dieser Reifen ist nicht zu reparieren. Er hat in der Flanke ein Loch, wo der Reifen maximal gewalkt wird: Deshalb der zweite Plattfu� (an der gleichen Stelle). Ein neuer Reifen mu� her, aber dieser Service hat diese Reifengr��e nicht. Wir bedanken uns mit 5 M$ f�r M�he und Beratung. Dann gehen wir essen. Um 20:30 Uhr sind wir zur�ck in unserem Hotel. Schreiben, Lesen in den Reiseb�chern. Wo wollen wir morgen hin? Wir entscheiden uns: Nach Kota Bharu, morgen .... wenn wir einen neuen, f�nften Reifen haben.

 

Noch ein paar Bemerkungen am Rande:

Gerik, 250296, 21:22 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

NACHTMARKT
IN KOTA BHARU

26. Februar 1996

 

 

Heute ein ganz anderer Tag!! Nach der Nacht im bisher 'einfachsten' Hotel (ohne Fenster, lauter Ventilator, Katzen schreien grauenhaft in der Nacht, ab 6 Uhr kr�ht ein Hahn im Nebenzimmer ...) schlafen wir trotzdem bis 8 Uhr, ich das erste Mal ohne Decke, nur Sleepy, weil es im Zimmer mindestens 30 Grad ist. Drau�en ist es dagegen frisch. Um 9 Uhr sind wir beim Reifenservice. Reparatur nicht m�glich. Ein neuer Reifen ist zur Stelle. Montage, Auswuchten, Anschrauben: 140 M$ und das Problem ist aus der Welt. Wir fr�hst�cken in einer sauberen Gastst�tte und verlassen um 9:44 Uhr Gerik.

Stefan f�hrt ca. 5 km zur�ck auf der Stra�e von gestern, dann erreichen wir den Highway, der durch den Dschungel gebaut worden ist, behindert durch Angriffe 'kommunistischer Guerilleros', wie es im Reisef�hrer hei�t. Eine herrliche Autobahn. Guter Zustand, kurvenreich. Ausgeholzter Dschungel, streckenweise Wassersch�den an den B�schungen. Die Leute gehen mit der Natur genau so gef�hllos um, wie mit den Katzen: Grausam. Wir erreichen den Stausee, ich fahre ein paar Kilometer.

 

 

Um 11 Uhr machen wir in einem Steinbruch eine Pause, eine tolle Sicht von dort. Dann f�hrt Stefan wieder, es f�hrt sich so sch�n - wie ein Computerspiel! Wir machen gleich noch eine Pause bei Position 07 in 1050 m H�he. Sicht 300 Grad, Milit�r. Die thail�ndische Grenze ist nicht weit und dort gibt es noch Guerilleros. Sicht, Sonne, heiler Dschungel, blauer Himmel, wenig Wolken.

Um 11:45 Uhr geht es weiter und von da keine Pause mehr bis 20 km vor Kota Bharu. Ich l�se Stefan ab. Wir fahren ins Zentrum und finden sogar einen Parkplatz, direkt an der Holzwand des Palastes des Sultans!

 

 

Aussteigen, ca. 35 Grad, die Luft steht. Es ist genau 14 Uhr. Spaziergang durch die Stadt. An den Flu�. Er hat in 200 Jahren 12 km Land angeschwemmt. Breit und gelb. Royal Museum. Interessante Stoffe, Hausrat, Waffen des Sultans. Herrliche Holzh�user. Handcraft-Centre nebenan. Neu gebaute Holzh�user, Flechtarbeiten, Batik, Weben mit Goldf�den. Interessant. Der Seafoodladen im gleichen Haus: Geschlossen! Nichts zu essen oder trinken. Und eine Hitze! Wir gehen in einen (Reisef�hrer!) dreist�ckigen Markt. Von au�en, eine Architektur wie ein Parkhaus, innen das pralle Leben! Obst, Gem�se, Fisch, Fleisch, Gefl�gel. Dar�ber Haushaltswaren, Gew�rze, Gark�chen mit offenen Feuerstellen: Tee + Milch + Zucker: 2 x = 1 M$. Oben Batik in allen nur denkbaren Variationen. Drei Kleider f�r je 17 bis 20 M$ erhandelt. Sehr sch�n, sehr Batik. F�r Mami, Cati, Helga. Dann haben wir genug von der Stadt - wir wollen das Meer sehen.

Um 17 Uhr steigen wir wieder ins Auto: Entsetzlich hei�, Motor und Klimaanlage an und erst mal drau�en warten! Zwei Strafzettel an der Scheibe werden ignoriert... wo sollen wir die bezahlen? Dann Fahrt in Richtung Osten. Wir erreichen den 'Strand der brennenden Leidenschaft'. Das mu� lange her sein, jetzt ist es der Strand der unbeschreiblichen Sauerei! Soviel Zivilisationsm�ll auf einem Haufen haben wir bisher noch nie gesehen! Wir essen sehr gut: Frittierten Fisch, Fischb�llchen, Gro�garnelen und einen handgro�en Krebs: 17 M$. Dazu frische, junge Kokosnu� (gr�n): Der Saft ist mild (klar) und das Fleisch schmeckt hervorragend: 2 M$. Offene Gark�che am Strand mit Oma und einem h�bschen M�dchen. Dann Stranderkundung. Wir fahren ein St�ck bis zu einem gro�en Hotel am Strand. Hier steht ein Wegweiser: Nord: Rio, 16.908 km, S�d: New York, 16.408 km, Ost: Sydney, 6.896 km und West: Frankfurt, 10.206 km. Von hier aus gehen wir an den Strand und spazieren eine halbe Stunde nach S�den. Hier ist der Strand menschenleer (z.Z.), aber es stinkt und ist entsetzlich schmutzig. Eigentlich wollten wir jetzt im s�dchinesischen Meer baden, aber das vergeht uns schnell. Dazu m�ssen wir wohl 100 km weiter nach S�den. Hier flie�en zwei gro�e dreckige Fl�sse ins Meer. Sonnenuntergang, Mond sehr hoch. Wir l�sen das R�tsel des Mondes: Die Regel 'das kleine a = abnehmend und das deutsch geschriebene z = zunehmend' gilt hier nicht. Es ist hier genau anders herum, weil man den Mond von der anderen Seite sieht, man ist sehr weit im S�den. Also es ist zunehmender Mond, er steht weit im Zenit und sieht wie abnehmender Mond aus: Kompliziert!!

In der D�mmerung fahren wir zur�ck in die Stadt. Bunter Himmel und Palmen. In der N�he des Parkhaus-Marktes stellen wir das Auto ab, es ist dunkel. Wir suchen und finden den 'Nachtmarkt'. Ein Parkplatz in der Mitte der Stadt wird am Abend zur endlosen 'Fre�meile'!! Soviel und so gut kann man nicht essen! Und das auf 150 x 150 Metern oder mehr. Wir essen Eierkuchen + Banane, Schaschlik, Huhn am Spiel und Tee. Ein Banker sitzt am Tisch und will unbedingt den Tee bezahlen. Wir diskutieren miteinander, dann checken wir die �bernachtungsm�glichkeiten im Umkreis von 300 Metern: Von 10 M$ (Guesthouse wie gestern) bis 160 M$ im Superhotel ist alles zu haben. Die beiden sch�nen Frauen wollen unbedingt, da� wir hier schlafen. Zimmerbesichtigung: Neu renoviert und ausgestattet. Holz, Marmor, Kaffeemaschine auf jedem Zimmer, TV, Klima selbstverst�ndlich, sehr geschmackvoll ausgestattet, z.T. barock �berladen, Biedermeier St�hle... wir empfehlen uns. Wir nehmen das Hotel INDAH, es kostet 66 M$ und das Zimmer 604 hat alles: Bettw�sche, warmes Wasser, TV, AC usw. Um 22:20 Uhr steht das Auto vor der T�r und wir ziehen ein. Noch einmal Essen: Diesmal 6 Mangos: Eine riesige Schmadderei, aber es schmeckt. { Auf dem breiten Bett liegen unsere Eink�ufe, ich probiere ein Kleid an. Wir breiten die Karten aus, lesen im 'Loose' und entscheiden uns: Wir fahren auf die Insel Perhentian, dort ist man weit genug weg vom Land und dreckigen Fl�ssen, dort mu� man baden k�nnen. }

Hotel Indah, Kota Bharu, 260296, 23:26 Uhr

 

Noch ein paar Splitter:

Kota Bharu, 260296, 23:34 Uhr

 

 

 

 

J�rgen Albrecht
Leipziger Strasse 47/16.03
D-10117 Berlin
Fax: 030 2016 5019
E-Mail: [email protected]
AL/250599

BACK