Wo liegt Dobbertin?
Dobbertin ist ein
kleines Dorf in Mecklenburg und es liegt 170 Kilometer nordwestlich von
Berlin. Man fährt auf der A19 in Richtung Rostock bis
zum Abzweig Karow, und dann noch 25 Kilometer in Richtung Sternberg:
Die F192 führt direkt durch Dobbertin. Das Dorf Dobbertin verdankt
seine Entstehung dem Benediktinerkloster, das hier an einem See im Jahre
1220 gegründet wurde. Der Dobbertiner See ist sechs Kilometer lang
und liegt in einer eiszeitlichen Moränenlandschaft.
Der grösste
Teil des Ufers ist nicht bebaut und unzugänglich. Herrliche Natur,
typisch für Mecklenburg.

Die Kirche
Die Kirche auf dem Gelände des Klosters Dobbertin
war der Grund dafür, dass ich vor vierzehn Tagen wieder einmal
nach Dobbertin fuhr - bei herrlichem Oktoberwetter. Ich war zur Wiedereinweihung
der rekonstruierten Kirche eingeladen. Bereits im 13. Jahrhundert wurde
hier nach der Klostergründung
von Benediktinermönchen eine grosse Backsteinkirche errichtet.
Im 19. Jahrhundert wurde diese Kirche nach Vorgaben von Schinkel 'modernisiert'.
Eigentlich wäre schon zu DDR-Zeiten eine Rekonstruktion erforderlich
gewesen, aber erst jetzt waren die Mittel dafür vorhanden. In den
letzten vier Jahren wurde mit grossem Aufwand der Zustand der Kirche im
19. Jahrhundert wieder hergestellt. Am 14. Oktober 2007 - 150 Jahre nach
Schinkel - wurde die rekonstruierte Kirche mit einem Festgottesdienst wieder
eingeweiht.
Das Kloster in Dobbertin wurde 1220 gegründet und besitzt eine
wechselvolle Geschichte. Bereits 1234 zogen Nonnen des Benediktinerordens
ein, Dobbertin war fast 350 Jahre lang ein Nonnenkloster. Im Zuge der
Reformationsbewegungen wurde das Dobbertiner Kloster im Jahr 1572 in
ein adliges Damenstift umgewandelt. Nach der Revolution von 1918 hat
der Staat das Kloster in Besitz genommen. Seit 1961 diente das Kloster
als Behinderteneinrichtung der Bezirksnervenklinik Schwerin. Nach
der Wende gab es einen weiteren Neubeginn. 1991 wurde das Diakoniewerk gegründet,
eine Einrichtung zur Fürsorge
und Förderung behinderter Menschen.

Die Dobbertiner Kirche von der F192 aus gesehen

Vorplatz der Kirche - Rechts die Gebäude des Kreuzganges

Die Südseite der Dobbertiner Kirche

Auch die alten Kirchenfenster sind wieder zu bewundern - die Nonnenempore
und die Orgel noch nicht

Die Kirchtürme im Abendlicht
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Der vom Kreuzgang umschlossene Innenhof
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Auch der Kreuzgang und der Innenhof sind jetzt wieder für Besucher geöffnet

Festgottesdienst am 14. Oktober 2007

Die Klosteranlage vom Dobbertiner See aus gesehen
Die Umgebung
Das Kloster Dobbertin ist eine der schönsten
noch erhaltenen Klosteranlagen Mecklenburgs. In reizvoller Landschaft,
malerisch am Ufer des gleichnamigen Sees gelegen, eingebettet in eine
Parkanlage, weitreichende Felder, Wiesen und Wälder der Schwinzer
Heide. Eine von der letzten Eiszeit vor 15.000 Jahren geprägte, hügelige
Moränenlandschaft mit vielen Seen: Der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide.

Der Park neben dem Kloster Dobbertin

Unzugängliche, unberührte und geschütze Uferlandschaft am Dobbertiner
See

Erfolgreiche Anger am Dobbertiner See - nur ein paar Meter entfernt von
der Kirche

Ein eiszeitliches Restloch - Im Hintergrund Hof Hagen

Die sanften Hügel einer Moräne und rechts das nächste Restloch ...

Alleebäume auf dem Weg nach Güstrow

... und überall grosse, alte Bäume
Die Kraniche
Das Dorf Langenhagen liegt rund 10 Kilometer südlich
von Dobbertin. Auch hier gibt es einen grossen See, unübersichtlich
mit
flachen, weiten Schilfwiesen und viel Gebüsch. Sichtschutz für
die Kraniche, die hier sicher schon seit Jahrtausenden einen idealen
Schlafplatz gefunden haben. Sie rasten hier von Ende September bis Anfang
November und fressen sich einen Energievorrat für die lange Reise
in den Süden
auf den Feldern der weiteren Umgebung an. Am
Abend kehren sie mit lautem Geschrei zu ihrem Schlafplatz am Langenhägener
See zurück.
Heftig wird über die Tagesereignisse geschnattert und vor
21 Uhr ist keine Ruhe eingekehrt. Am
nächsten Morgen wird mit dem Sonnenaufgang
gestartet. Auch wieder mit grossem Palaver.


Während über dem Langenhäger See die Sonne untergeht, sind noch keine
Kraniche in Sicht ...



Aber dann sind sie da!
Zwischen 18:30 und 19 Uhr fallen rund 2.000
Kraniche mit lautem Geschnatter
auf dem Langenhägener See ein.
Mehr über Kraniche in Mecklenburg
...
und weitere Bilder von Oktober
2002 ...
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